Regentropfen, die an mein Fenster klopfen

Thailands Inseln: Das ist auf Fotos auf ein paar bestimmte Motive festgetackert. Strand, Palmen, hellblaues Wasser, Felsen, Longtailboote. Und natürlich immer dabei: Sonne. Viel Sonne, die von morgens bis abends scheint und fröhliche Urlauber sowie dienstbeflissene Thais in ein goldenes Licht taucht.

Leider sieht unsere Realität anders aus. Wir sind seit sechs Tagen in der Region rund um Krabi unterwegs und es ist ein Wetter wie im Herbst auf Sylt, nur mit 28 Grad statt mit zehn. Doch anders als die Nordsee, die auf rauhes Klima vorbereitet ist, fällt der Süden Thailands in dieser Zeit in eine Art Starre. Die Hälfte aller Restaurants und Läden hat geschlossen, die meisten Boote fahren nicht und die einheimische Bevölkerung ist eigentlich nur mit zwei Dingen beschäftigt: Renovieren und abhängen. In den Hotels und an den Straßen wird gezimmert und gebaut was das Zeug hält und der Rest der Bewohner liegt oder hockt unter Dächern, in leeren Markständen oder halbfertigen Häusern und glotzt in den Regen. Dabei wirken sie ganz und gar nicht unglücklich, sie leben die Faulheit mit einer Überzeugung, die schon fast neidisch macht. Es gibt nichts zu tun? Dann tun wir einfach nichts. Daran kann man sich durchaus ein Beispiel nehmen.

Für den gemeinen Urlauber ist das allerdings nicht ganz so einfach, haben die Inseln doch vor allem die Tatsache gemein, dass alles recht langgezogen verteilt ist. Bei Sonnenschein und leichter Brise reicht ein Strandspaziergang oder eine kurze Rollerfahrt, um die interessanten Ziele zu erreichen. Bei meterhohen Wellen und wasserfallartigen Regenfällen ist die Romantik dieser Handlungen irgendwie verschwunden.

Und so sitzen wir im Hotelzimmer, betrachten nachdenklich die Tropfen, die die Scheiben hinunter rinnen und fragen uns, ob die Nordsee zu dieser Jahreszeit nicht vielleicht doch die bessere Wahl gewesen wäre…

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