Das Gefühl von Heimat

Wenn man reist, gibt man automatisch das natürliche Anrecht auf Gemütlichkeit auf. Immer unterwegs, den schweren Rucksack auf dem Rücken und das leicht nervöse Gefühl, alles dabei zu haben und bloß nix zu verlieren. Und wenn man ankommt, dann wartet nicht unbedingt ein schönes Sofa mit Fernseher, sondern gerne mal die eine oder andere unangenehme Überraschung. Verdreckte Bäder, Fenster, die so dünn sind, dass der LKW direkt über die zu harten Matratzen zu fahren scheint, und, und, und…Jeder Reisende könnte diese Liste wahrscheinlich beliebig verlängern.

Umso schöner ist es dann, wenn man ganz unvermittelt an einem Ort kommt, wo es sich einstellt: Das wunderbare Gefühl, zumindest für kurze Zeit angekommen zu sein und Ruhe zu finden. Die Plätze, an denen das passiert, können jede beliebige Form annehmen: Das Haus einer Gastfamilie, das Zelt an einem einsamen See, das Hostel, wo plötzlich lauter nette Leute sind, das Schlafwagenabteil im Zug oder das schöne Hotel, in dem sich alle rührend um einen kümmern. Meistens kommt es ganz überraschend, manchmal hat man darauf gehofft. Und fast immer ist es das wohltuende Gefühl der Erleichterung, weit weg von zu Hause einen Platz gefunden zu haben, der irgendwie die Esprit von Schlafanzügen, heißen Schokoladen und kuscheligen Sofadecken hat.

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